Tagebuch | diary

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Di: 27.05.03 Mi: 28.05.03 Do: 29.05.03
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Di: 27.05.03

First Contact! Ein sonniger Nachmittag im Mai - auf zum Flughafen! Hatte bis Glauchau eine angenehme Zugfahrt. Leider vergass ich mir die Route auszudrucken. Ich war mir nicht sicher ob ich in Glauchau oder Meerane umsteigen mußte. Doch der Schaffner im Zug von Glauchau nach Gößnitz wusste nicht Bescheid. Ein Mitreisender aber. Puuuhh! War dann pünktlich in Altenburg → mit dem TÜHSAC-Shuttle direkt zum Terminal. Sieht schon sehr nach Sportflugplatz aus, bis auf die eine Boing 737-300.
Das Einchecken ging recht schnell und problemlos. Keine Beanstandungen o. Fragen wegen meines medizinischen Zubehörs. Sind dann pünktlich abgehoben. "Wie genial!" Wolken aller coleur... Flüße, Felder, Städte... 15min zu früh in Stanstad gelandet. ;-) Einmal quer übers Rollfeld. Dann am Gepäck band ne ganze Weile auf die Koffer gewartet. Plötzlich wurden alle quer durchs Gebäude -das übrigens von Sir Norman Foster entworfen wurde- geleitet. Erst die Personenkontrolle -sehr flüchtig- dann zum nächsten Gepäckband. Dann raus... bloß wo? und wann? fährt der stansted-express? Die Anzeigetafel sagt mir: 2min. → hingerannt und geschafft! entspannt und mit bequemen Sitzplatz bis London Liverpool-Station.
Dann mit der "Central Line" bis Queensway Station - doch plötzlich undeutliche Durchsagen (...all trains stopped...) nach 'ner Weile verließen recht viele Leute die U-Bahn und so ging ich auch. Doch mit dem Gepäck und zu Fuß, zog es sich dann ganz schön von Marble Arch Station bis zum Hostel in der Bayswater Road. Nachdem ich mich bissl "eingerichtet" hatte, ging ich im Umkreis noch spazieren und vielleicht noch nen schicken Pub zu finden. Getroffen habe ich dabei jede Menge junge Leute, fast alle wohl Touristen wie ich. Zurück im Hostel, war ausser etwas smalltalk nichts mehr los - also bin ich dann wenig später auch ins Bett.

Mi: 28.05.03

WALK, WALK, WALK... Nach einer recht kurzen N8 gegen dreiviertel Zehn auf zum Frühstück. what the hell is that ?! Es gibt komische Weißbrötchen mit Milch aber ohne Belag, nach dem ich das erste herunter habe gibts dann doch noch etwas Marmelade. Dazu Kaffee, der aber nur in den getönten Gläsern die Farbe eines Solchen annimmt.
Danach -notdürftig gesättigt- 3mal überlegt, was ich denn so den ganzen Tag mit rumschleppen werde und vor allem was ich denn anziehe. Die Sonne scheint und ich bin froh auch die Fleecejacke im Zimmer gelassen zu haben. - Ach ja seit ca. 10:00 Uhr bin ich der einzige "Verbliebene" im Zimmer (dorm) weil the man from philadelphia checked out! Erstmal quer durch den Hyde-Park -wirklich angenehm, ruhig und spannend die gepflegte Anlage zu geniesen und dabei die Leute (von denen die meisten wohl Londoner waren) zu beobachten. Dann das Monument von Albert bewundert... die Londoner verstehen es, etwas in Szene zu setzen -so big und golden und kitschig! An der Royal Opera und dem Court vorbei in Richtung Süden durch alte Villenstrassen geschlendert. Während ich also darüber grübelte, wieso hier die Villen wie Reihenhäuser ganze Strassenzüge entlang gleich aussehen, gerate ich in eine etwas erregte kleine Demonstration indisch aussehender Menschen. Es waren ca. 30 Leute in ordentlichen Anzügen, mit einem grossen Banner und mehreren Transparenten, die lautstark Parolen in Richtung der Botschaft von Bangladesch riefen. Genau hier boten sich für mich gleich 3 Sachen an.
1)  Sprachpraxis zu bekommen
2)  mit Menschen über politische Belange in UK zu diskutieren
3)  ins Fernsehen zu kommen ;-)

So sprach ich dann also mindestens 30 Minuten mit Ihnen über das politische System in ihrer EX-Heimat und die Missachtung der Minderheiten dort. Sie beschrieben, wie die Minderheiten unterdrückt, an Bildung und Fortschritt gehindert werden und viele uralte Schätze verschwinden, zuwachsen oder zerstört werden. Dazu muss man wissen, dass die Hindus einst das Land komplett besiedelten und erst durch besondere Gesetze der britischen Kolonialverwalter die Muslime in die Lage versetzt wurden sich dort massiv auszubreiten. Heute sind nur noch 8% Hindus. Dazu kommen noch Buddhisten und Christen, die auch keine Möglichkeiten zur demokratischen Mitbestimmung besitzen.
National Museum danach Victoria & Albert Museum mit einer klasse Führung (ganz individuel zu dritt) dann "querfeldein" Richtung Abbey am Bahnhof Victoria Station vorbei, durch Straßen, in denen dutzende Hotels, Eins am Anderen, stehen. Quer durchs Botschaften Viertel (habe auch die deutsche Beton-Trutzburg gesehen). Kurz bevor ich die Westminster Abbey erreichte, verlor ich mich noch in einem kleinen SecondHandBookShop. Zum Glück hatte ich kaum mehr Geld. Also nahm ich mir vor, nochmal vorbeizukommen -was dann ja leider nicht geklappt hat-. In der Touristenmeile rund um den BIG BEN angelangt, verkniff ich mir als erstes das "Erlebnis" Abbey; war mir echt zu teuer. Da genoss ich doch lieber das Ambiente ringsum. Wobei mir der Tudor-Style aber etwas zu kitschig ist. Weiter Richtung Trafalgar Square stellte ich verblüfft fest, im Centrum des Touri-Kommerzes waren die Preise für Imbiss und Souveniers besser als etwas abseits ! Toll! Die National Galery hatte doch tatsächlich bis 21:00 geöffnet. Also nahm ich mir ein, im Moment nur in englisch verfügbares, Audio-Guide und durchstöberte noch eine ³/4 Stunde die Gemäldesäale. Die Zeit reichte zwar bei weitem nur für einen Bruchteil, aber es war entspannend und für den Tag voll ausreichend. Mittlerweile war es fast dunkel geworden und ich machte mich auf den Weg zum Hostel. Aber natürlich nicht ohne durch das Pub-Viertel zu streifen. doch so recht mochte ich mich für keinen entscheiden. Unterwegs bekommt man(n) immer neue "nette" Begleitungen angeboten... ich lehnte amüsiert ab -da war wirklich alles dabei ;-) Es war schon recht spät und ich hatte schon keine Lust mehr, da kam ich zu "the edge". Der Türsteher ließ mich rein, und mir gefiel's. 2 pints später hatte ich alle 4 Etagen erkundet und mich nett unterhalten. Glaub es war so gegen halb 2, als man uns zu verstehen gab, das nun finito sei. Tja irgendwann später bin ich dann doch recht fußlahm, aber um etliche Eindrücke reicher im Hostel eingepennt.

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Do: 29.05.03

Tag der Verspätungen. Da ich nur bis zum zeitigen Nachmittag Zeit hatte, und ja noch einiges sehen wollte, kaufte ich mir einen Bus Day Pass für 2.20£. Eigentlich wollte ich noch mal schnell Richtung Trafalgar Sqare und Monument doch daraus wurde nichts. Die Oxford Street, die ja nur von Taxis und Busen befahren werden darf, war komplett dicht -und die Bürgersteige mit Touristen, Händlern und "Guides" bevälkert. Also tat ich es den Anderen gleich, und sprang einfach von Bord. Hab dann bissel hier und da geschaut und im Virgin Megastore (CD's, Videos, DVD's, ...) viel Zeit verbracht. Mit der Nr.X dann Richtung Campden. Das muss man unbedingt erlebt haben. Diese Mischung aus Amsterdam, Kreuzberg und Polen-Markt ist bunt, laut, beeindruckend und gar nicht so hektisch! Doch man verliert in den tausend Ständen und kleinen Shops schnell viel Zeit... und so war Eile geboten, damit ich nochmal zurück zum Hostel kam. Tja nur welchen Bus??? Ich nahm die 71 und dachte wenn ich "obenrum" nach Nottinghill komme hab ich nicht nochmal den Zentrumstraffic zu durchfahren. Doch die Fahrt zog sich... und ich fühlte mich in dem Bus wie zu DDR-Zeiten im Berufsverkehr als alle noch Bus gefahren sind -laut, stickig, eng und gut durchgeschüttelt. Naja, irgenwann Endstation Notting Hill → zum nächsten Bus. Dann ins Hostel gesprintet Sachen geschnappt noch ein Foto und ab zur Queenway Tube Station. 3mal versichert, dass die Tube auch nach Liverpool Station fährt und los. Doch zu meinem Glück wieder Stau im Tunnel ;-/ Durchsage...noch ne Durchsage...und nach 4 min endlich weiter → Tja, so hab ich den Stansted Express 16:00 verpasst. o.k. dachte ich das passt schon noch mit dem 16:30er. Rein und danach folgten statt 45 geschlagene 85 Minuten in einem gemächlich dahinfahrenden, übervollen "Bummelzug" mit einer Gruppe permanent laut diskutierender Italiener im Rücken. Am Airport angekommen, hatten es alle etwas eilig... Zum Glück ist der Easyjet Check-In war gleich am Eingang. Da rief auch schon einer "...anybody for flight 3417 to munich?" ich stand schon am Schalter und sagte YES! Da wurde ich erstmal runtergemacht: "...toooo late ...missed your flight ..." also alles quickly erledigt (da war es 17:50) und in der shuttle-bahn zum Gate traf ich dann noch mehr aufgeregte 3417er. Das beste war, am Zustiegsschalter war niemand von Easyjet zu finden und auch keinerlei Münchenflug angezeigt. Jetzt waren wir richtig nervös...
so starteten wir unseren (Rück)flug letztlich statt 18:20 erst 21:30 GMT! Was zur Folge hatte, dass wir nicht um 21:10 sondern erst 00:15 in München landen konnten... zwischen 00:30 und früh ist dort aber Nachtflugverbot! D.h. wären wir noch bissel später gekommen, hätten wir auf dem Flughafen Nürnberg landen müssen. Zum Glück hatten meine Verwandten sich informiert und so wurde ich schon erwartet. Nach einer herzlichen Verabschiedung der neuen amerikanischen Freunde gings dann Richtung Pfaffenhofen und wenig später geschafft in ein bequemes Bett.
That's it, you know!

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Zuletzt geändert: 18.10.2003 ein counter :)